gehalten vom 1. Vorsitzenden des OSC Matthias Kaden am 23.05.2010
Oederaner Sportclub e.V. – Tradition seit 90 Jahren

Football is coming home, Fußball kommt nach Hause. In Oederan, beim Oederaner SC, hat dieses wohl weltweit populärste Spiel seit nunmehr 90 Jahren eine Heimat.

Werte Gäste, liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,

 im Namen des Vorstandes des Oederaner SC darf ich Sie, darf ich euch, zur Festveranstaltung hier im Börnichener Gasthof recht herzlich begrüßen.

Besonders begrüßen wir den Bürgermeister der Stadt Oederan Herrn Steffen Schneider, den Geschäftsführer der Fleischerei Richter GmbH und Vorsitzenden des Sportfördervereins Herrn Dieter Richter, den Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler Oederan und Schatzmeister des Sportfördervereins Herrn Klaus Büttner, den Präsidenten des gerade neugegründeten Fußballkreisverbandes Mittelsachsen Sportfreund Andreas Schramm, sowie den Präsidenten des Kreissportbundes Mittelsachsen Sportfreund Rüdiger Borck.

Fußball für viele die schönste Nebensache der Welt. Ein Spiel, das durch seine Einfachheit so populär ist, hat vielen neben der Familie und den beruflichen Verpflichtungen einen Lebensinhalt gegeben. Kameradschaft, Teamgeist, gemeinsames Erleben von Erfolg und Niederlagen, aber auch die Geselligkeit und noch vieles mehr, macht den Reiz dieser Sportart aus.

Wenn ich heute in den festlich geschmückten Saal schaue, dann sehe ich viele Sportfreunde, die den Verein auf und abseits des grünen Rasens maßgeblich prägten, die oft auch private und persönliche Dinge zurücksteckten und so diese Tradition möglich machten.
Einige Sportfreunde wie Sven Geiger, Joachim “Aga” Jentsch, Bernd Schüssler und Uwe Wätzig, die aus unterschiedlichsten Gründen heute nicht anwesend sein können, haben ausdrücklich gebeten, Grüße an die hier Anwesenden zu übermitteln.

Es gäbe tausend kleine Episoden und Geschichten zu erzählen. Aber keine Angst, ich beginne damit jetzt nicht. Ich bin aber sicher, daß die eine oder andere im Verlauf des Abends ihre Runde machen wird.

Zwar gab es schon eher Mannschaften, die den Fußballsport in Oederan betrieben, doch mit der Vereinsgründung des OSC im Jahre 1920 bekam er eine Organisiertheit, die bis heute besteht.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Gebrüder Schneider und Straube, Fritz Goldschmidt, Erich Liebscher und Werner Döring. Das Training wurde auf der ehemaligen Schützenwiese und dem alten Friesenplan durchgeführt. In vielen freiwilligen Stunden wurde aufgrund der ständig wachsenden Zahl von Mannschaften am 17.06.1928 ein weiterer Fußballplatz, der heutige A-Platz errichtet.

Der 2. Weltkrieg brachte den Spielbetrieb zum Erliegen und riss große Lücken in die Reihen der Oederaner Fußballer.

Solchen Sportfreunden wie Erich Meyer, Kurt Spelge, Siegfried Warnatz, Kurt Hartmann war es zu verdanken, dass bereits im Jahr 1945 eine Fußballmannschaft wieder zum Wettkampf antrat.
Später waren es u.a. Sportfreunde, wie Hans und Thomas Pretschner, Fritz Richter, Peter Warnatz, Horst Werner, Steffen Meike, Rainer Müller, Dieter Hirsch bis zu den derzeit Verantwortlichen Matthias Kaden, Steffen Richter und Carsten Fröhlich, die diese Tradition fortsetzten.

Besonders im Mittelpunkt stand und steht die 1. Mannschaft. Mit ihren Erfolgen bzw. Niederlagen wird der Verein in seiner Außendarstellung am meisten in Verbindung gebracht.
Den Erfolgen der fünfziger und besonders der sechziger Jahre, als man sogar den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte, folgte Ende der Siebziger der Absturz in die unterste Spielklasse des organisierten Fußballs. Es bedurfte eines langen Weges, ehe im Jahr 1990 der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse gelang. Diese wird bis heute, abgesehen von zwei kurzen Ausrutschern, gehalten.

Die Grundlagen für die Erfolge der Mannschaft wurden beim OSC schon immer über eine gute Nachwuchsarbeit geschaffen. Von Kurt Hartmann, Karl-Heinz Helbig, Bernd Meirich, Jürgen Stowasser, Rolf Morgenstern bis hin zu Peter Syska und Steffen Günther gaben viele Übungsleiter ihr Wissen und ihre Erfahrungen an Kinder und Jugendliche weiter. Die erzielten Erfolge auf Kreis- bzw. Bezirksebene sprechen dabei für sich.

Unsere Nachwuchsmannschaften sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil, sie bilden die Gegenwart und vor allem die Zukunft des Vereins. Es ist eine ehrenvolle, wenn auch nicht immer problemlose Aufgabe, Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu geben. Die Mannschaftssportart Fußball kann sehr viel zur positiven Entwicklung unseres Nachwuchses beitragen. Die Förderung von Teamgeist, Kameradschaft, die Erkenntnis, dass Spiele nicht nur an der Computertastatur im warmen Zimmer, sondern auch bei Schnee, Regen und Sonne gespielt werden, sind wichtige Erfahrungen, die hier gemacht werden.

 Der Oederaner SC im Jahre 2010 ist ein Verein, der ausschließlich ehrenamtlich geführt wird. Ein Verein, in dem man noch Fußball spielt, ohne nach Siegprämien zu fragen. Ein Verein, der seine Sportstätten selbst bewirtschaftet und unterhält, in dem Viele unzählige Stunden im Jahr aufbringen, um alles am Laufen zu halten. Denen auch nicht alles gelingt, die sich von Niederlagen aber nicht entmutigen lassen und deren größter Lohn die Erfolge der Mannschaften darstellen, die aber auch in der Niederlage die Ärmel hochkrempeln.

Die sportliche Seite und Absicherung eines Spielbetriebes, sollte die Hauptaufgabe der Vereinsleitung sein. Mit der Übernahme des Sportlerheimes und der beiden Sportplätze an der Freiberger Straße im Jahre 1997 kamen Aufgaben hinzu, die den Verein immer wieder vor neue Herausforderungen stellten. Diese sind u.a.die Begleichung von Rechnungen der Energieunternehmen, anfallende Reparatur- und Pflegearbeiten, die Betreuung der halbjährlich wechselnden sogenannten 1€-Jobber, die Geschichte der Verpachtung der Sportgaststätte und viele kleine Dinge, die ständig einer Lösung bedürfen. Wenn dann solche verdiente Funktionäre, wie unser Ehrenvorsitzender Dieter Hirsch, oder im Dezember letzten Jahres Robert Wittmann, plötzlich von uns gehen, dann trifft es einen so geführten Verein besonders hart. Mit einem gewissen Stolz kann ich heute davon berichten, dass es Sportfreunde gibt, die diese Lücken geschlossen haben.

Natürlich sind wir nicht nur auf uns allein gestellt. Mit der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister haben wir Partner, die immer ein offenes Ohr für unsere Probleme haben und uns bei der Lösung dieser unterstützen.
Dank unserer Sponsoren konnte so mancher finanzieller und materieller Engpass beseitigt werden.
Seit vier Jahren gibt es in der Stadt einen Sportförderverein, in dem sich Firmen zusammengeschlossen haben, um die Sportvereine zu unterstützen. Mit dieser für die Region wohl einmaligen Geschichte wurde dem OSC viel unbürokratische und schnelle Unerstützung gegeben. Dem Vorsitzenden, Dieter Richter, und dem Schatzmeister, Klaus Büttner, an dieser Stelle ein ganz besonderer Dank.

Der Zahn der Zeit nagt an unserer traditionsreichen Spielstätte. Auf eine Flut wie umliegende Vereine brauchen wir an diesem Standort nicht hoffen. Aber es muss doch nicht erst höhere Gewalt für Veränderungen sorgen. Die Verantwortlichen sollten sich hier an einen Tisch setzen und gemeinsam nach einer Lösung suchen.

 Hierbei sind sich alle Fußballer der Investitionshöhe, der Bedeutung und Notwendigkeit des Baus der neuen Sporthalle und der Kleinfeldanlage, bewusst. Dieses lang herbeigesehnte Vorhaben wird allen Oederaner Sportlern eine neue und moderne Heimstätte ab 2011 bieten, auf die sich auch alle OSCer freuen.

Das Wichtigste sind und bleiben unsere Mannschaften. Zur Zeit streifen 9 Teams die Trikots des Vereins über und bestreiten einen Spielbetrieb, bei dem es kaum ein Wochenende gibt, an dem der Ball nicht rollt. Von den Jüngsten bis zu den Oldies werden die Schuhe geschnürt, um für den Verein bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Darüber hinaus wird sich auch an anderen Aktivitäten beteiligt. Von der Organisation eines Benefizturniers für die Kinderkrebsstation in Chemnitz, bis zu den Beachturnieren auf dem Oederaner Markt bzw. Stadtbad ist der Verein aktiv.

Es gäbe noch vieles zu berichten und viele Namen zu nennen. Es sei an so einem Abend aber auch mal gestattet, innezuhalten, um in dieser schnelllebigen Zeit festzustellen, man muss nicht alles neu erfinden. Bestehendes zu unterstützen und zu fördern, ohne den Blick auf eine positive Entwicklung zu vernachlässigen, sollte nicht vergessen werden.

Der Fußball hat mit dem OSC in der Stadt des „Klein Erzgebirge“ einen festen Platz gefunden. Viele haben dazu beigetragen, Spieler, Schiedsrichter, Übungsleiter, Mannschaftsleiter, unsere treuen Anhänger aber auch die Sponsoren und Verantwortlichen der Stadt und des Landes.

Mein ganz besonderer Dank an dieser Stelle gilt denen, die an der Spitze des Vereins standen, jenen die es heute sind, und denen, die das hoffentlich in Zukunft tun werden.

Matthias Kaden
1. Vorsitzender Oederaner Sportclub e.V.