gehalten vom 1. Vorsitzenden des OSC Dieter Hirsch

Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde, werte Gäste,

 zu unserer heutigen Festveranstaltung zum 80jährigen Bestehen des Oederaner Sportclubs hier im Saal des Gasthofes Börnichen, möchte ich Euch im Namen des Vorstandes sowie in meinem eigenem Namen auf das herzichste begrüßen und für die zahlreiche Teilnahme danken.

Ganz besonders begrüßen wir unseren Bürgermeister Herrn Krasselt, den Sportfreund Dietzmann, Leiter des Bereiches Schulverwaltung des Landratsamtes Freiberg, den Vorsitzenden des Spielausschusses des Kreisverbandes Fußball, unseren Sportfreund Gottfried Stiehl, die Vertreter der Oederaner Sportvereine und nicht zuletzt unsere Sponsoren, ohne die wir im wahrsten Sinne des Wortes unsere Tore schließen und die Fußballschuhe an den berühmten Nagel hängen könnten. Die Anwesenheit der eben genannten Gäste ist für uns von hohem Wert, zeigt sie doch die Verbundenheit mit dem OSC und die Anteilnahme am Bestehen und der Weiterentwicklung des Vereinsgeschehens.

80 Jahre Fußball, das heißt nicht, daß in Oederan erst vor 80 Jahren die runde Kugel mit dem Fuß gespielt wurde, dies wurde schon weit früher praktiziert, jedoch nicht unter einem Namen eines Fußballclubs. Der Grundstein für unsere heutige 80-Jahrfeier wurde dann im Sommer 1920 gelegt, als sich auf Veranlassung des damaligen Turnerbundes junge fußballbegeisterte Sportfreunde aus zwei bestehenden Fußballgruppen zusammenschlossen und die erste selbständige Fußballabteilung in Oederan gründeten. Dies haben wir in erster Linie den unverges- senen Sportfreunden Erich Liebscher, Hans Schubert, den Gebrüdern Schneider und Sträube, sowie Erich Andrä und Werner Döring zu verdanken. Im einem Atemzug mit den Vorgenannten sind die Sportfreunde Kurt Weinhold, Gerhard Morgenstern, Oswald Weißkopf, Willi Großer und Kurt Lützner zu nennen, die als weitere Wegbereiter zur Entwicklung des Oederaner Fußballs beitrugen, bis ihnen durch den Beginn des mörderischen zweiten Weltkrieges ein unfreiwilliger Einhalt geboten wurde.

Daß bereits 1945 der Fußball in Oederan wieder ins Leben gerufen wurde, haben wir den ersten Funktionären der Nachkriegszeit, den Sportfreunden Kurt Seidel, Kurt Hartmann, Karl Matthes, Erich Maier, Helmut Müller, Siegfried Warnatz und Kurt Spelge zu verdanken.

Diesen Sportfreunden, mit denen einige von den heute anwesenden noch persönlichen Kontakt hatten, gebührt die gleiche Anerkennung wie den eigentlichen Gründern. Sie verstanden es nicht nur wieder einen regen Spielbetrieb in Oederan aufzubauen. Unter ihrer Leitung kam der OSC wieder zu Erfolgen, die sich würdig an die Erfolgsreihe der Vorkriegszeit anschlossen. In kürzester Zeit nach Wiederbeginn des Punktspielbetriebes konnte sich die 1. Mannschaft in der höchsten Spielklasse des Bezirkes etablieren.

Nach folgenden Tiefen und Höhen im Oederaner Fußball, die es auch im bekannten Profifußball gibt, übernahm der, noch allen in Erinnerung stehende Sportfreund Hans Pretschner die Funktion des Vorsitzenden des OSC, und bewirkte mit seiner Einsatzbereitschaft einen weiteren Aufschwung im Oederaner Fußballgeschehen. Sein zu dieser Zeit nicht gerade leichtes Amt übernahm später der leider viel zu früh verstorbene Sportfreund Peter Warnatz, der damit in die Fußstapfen seines Vaters trat. Ihm zur Seite stand unser noch heute in der AH-Mannschaft aktive Sportfreund Horst Werner. All die genannten Sportfreunde haben entscheidenden Anteil, mit Unterstützung der hier nicht alle genannten Vorstandsmitglieder und der aktiven Sportfreunde, an der Entwicklung der 80jährigen Fußballgeschichte des OSC.

Soll der Kreis bis zum heutigen Tag geschlossen werden, so muss erwähnt werden, daß im Januar 1994 ein bis dahin völlig unvorbereiteter und von diesem Metier unbeleckter ins kalte Wasser geworfen wurde und danach die Geschicke zur weiteren Entwicklung des OSC lenken und leiten sollte.

Auch im Bereich Sport hat sich nach der Wiedervereinigung einiges verändert, mussten neue Bedingungen beachtet, erhöhte Anforderungen in die Tat umgesetzt und neue Wege zur Weiterentwicklung des Vereins beschrit- ten werden. Es war nicht immer einfach in den vergangenen 10 Jahren, ja oft mit enormen Aufwand verbunden, um den Verein unter den, für uns noch ungewohnten Voraussetzungen zu leiten und weitere Qualitätsmerkmale zu schaffen. Im anschließend dargelegten Ergebnis der gemeinsamen Arbeit vom Vorstand und den Mitgliedern des OSC können wir jedoch dokumentieren, den richtigen Weg gefunden und eingeschlagen sowie uns den neuen Anforderungen recht erfolgreich gestellt zu haben.

Aufbauend auf ein engagiertes Vorstandsteam und Mitglieder, die mit Einsatzbereitschaft , Verantwortungsgefühl und Treue hinter dem Verein standen, konnte, so glaube ich sagen zu können, auch in der jüngsten Zeit der Vereinsgeschichte auf eine weitere positive Entwicklung zurückgeblickt werden. Natürlich konnten nicht alle Vorstellungen und Bedürfnisse in die Tat umgesetzt werden, dies ist aus finanziellen Gründen nicht immer möglich. Zum anderen sollten ja auch für die kommenden Jahre noch Realisierungsmöglichkeiten vorhanden sein.

Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde, werte Gäste,

 vom Wechselspiel wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Höhen und Tiefen in den vergangenen 80 Jahren ist auch der sportliche Bereich nicht verschont geblieben. Diese Erfahrungen mußten Mannschaften der kleinsten Kreisvereine bis hin zu den Profimannschaften machen. Der OSC war davon nicht ausgenommen, aber immer wieder bemüht den Blick nach vorn zu richten und mit zielstrebiger Arbeit sein Image als fester Bestand- teil und leistungsstarker Verein im Kreisverband zu wahren und zu festigen. Seit Gründung gibt es dazu genügend Beispiele.

Erinnert sei nur daran, daß es nach dem Abstieg 1949 aus der höchsten Spielklasse des Bezirkes bis 1956 dauerte um den Aufstieg wieder in die Bezirksklasse zu schaffen. Diese konnte mit guten Ergeb- nissen bis 1975 gehalten werden. Danach erwischte es den OSC wieder und der Weg in die Kreisebene mußte wieder angetreten werden. Auch hier wurde der Kopf nicht in den Sand gesteckt und zielstrebig weitergearbeitet, wenn es auch bis 1990, dem Jahr der Wiedervereinigung und der Umbenennung der damaligen BSG Union Oederan in Oederaner Sportclub e.V., bedurfte, um mit überzeugenden Leistungen in den Aufstiegsspielen gegen Glauchau, den erneuten Sprung in die Bezirksklasse zu erspielen.

Ich möchte heute nicht die gesamten 80 Jahre in Worten dokumentieren.
Vor genau 5 Jahren feierten wir hier an gleicher Stätte unser 75jähriges Jubiläum. Einen Großteil der heute Anwesenden konnten wir schon zu dieser Veranstaltung, in der ich tiefgründig in die Geschichte des Oederaner Fußballs eingegangen bin, begrüßen. So möchte ich mich in meinen weiteren Ausführungen nur auf die vergang- enen, nicht weniger ereignisreichen Jahre beschränken.

Wie im sportlichen Bereich, auf den ich später noch eingehen werde, konnen wir auch im Leitungs- und organisatorischen Bereich auf einige, für den OSC fruchtbringende Ergebnisse in diesen 5 Jahren verweisen.

Dem leidigen Problem der fehlenden Parkmöglichkeiten und der damit verbundenen unerfreulichen Knöllchenzuweisung an einige unserer Sportfreunde, die jedoch im Extremfall durch die Einsicht und Unterstützung unseres Bürgermeisters, ohne finanziellen Ausgleich zurückgegeben werden konnten, wurde mit der Fertigstellung des Parkplatzes am Sportlerheim im Oktober 1995 aus dem Wege gegangen.

Im März 1997 konnte, wie geplant, vor Beginn der 2. Halbserie die erste clubeigene Gaststätte nach umfangreicher Reko eröffnet werden.

Nach mehreren Abstimmungen zwischen der Stadtverwaltung und dem Verein wurde im Mai 1997 der Mietvertrag für das Sportlerheim nebst Sportplätzen und dazugehörigen Nebenanlagen zwischen von beiden Partnern unterzeichnet. Die Selbstverwaltung und Finanzierung erforderte einen erheblichen organisatorischen und arbeitsmäßigen Mehraufwand. Mit Zuversicht und der entsprechenden Übernahme von Verantwortung aller Mitglieder haben wir auch dies bis heute gut gemeistert.

Einhergehend mit dem Vorgenannten erfolgten die Arbeiten zur Errichtung einer Flutlichtanlage auf dem B-Platz. Diese konnte noch im November des gleichen Jahres eingeweiht werden und ermöglichte fortan auch abendliche Trainings- bzw. Vorbereitungsspiele.

Mit einem erheblich größeren Aufwand wurden im Jahre 1998 und Anfang 99 die umfangreichen Rekomaßnahmen am Sportlerheim durchgeführt. Im März 99 war es dann soweit und wir konnten unseren Sportlern und den Gästen ein, so meine ich, in allen Belangen, schmuckes Sportlerheim präsentieren. Zwischenzeitlich wurden auch die Toilettenanlagen fertiggestellt, die nun auch allen Anforderungen gerecht werden und das Gesamtbild abrunden. Die Planung, Vorbereitung und Organisation ist die eine Seite, die Realisierung aller Maßnahmen wäre ohne Gewährung von Fördermitteln, ohne die Unterstützung der Sponsoren und beteiligten Betriebe, und schon gar nicht ohne die Leistung der vielen Arbeitsstunden durch unsere Mitglieder möglich gewesen.
Ich möchte diese Gelegenheit hier nutzen und mich, auch im Namen des gesamten Vorstandes, bei allen, die uns dabei zur Seite standen, recht herzlich zu bedanken.
Eins möchte ich in diesem Zusammenhang aber auch noch loswerden. Bei zukünftigen geplanten Arbeitseinsätzen wünsche ich mal die Gesichter zu sehen, die sich bisher dafür nicht verantworlich fühlten.

Zur Verdeutlichung dieser Worte sehe ich es angebracht zwei Sätze aus der Vereinszeitung vom August 1931, die heute, nach fast 70 Jahren uneingeschränkte Gültigkeit besitzen, zitieren:

“Bei jeder Angelegenheit Wohl und Ansehen des Vereins im Auge haben und danach handeln ist meine erste Pflicht. Wenn jeder OSCler sich von diesen Worten leiten läßt, muß es vorwärts gehen.“

Diese zwei Sätze sollten auch die Devise für die kommenden Jahre beinhalten.

Kommen wir nun zum sportlichen Gesehen des OSC in den letzten 5 Jahren. Als Vorreiter im Kreis Freiberg wurde im August 1995 eine Damenmannschaft des OSC ins Leben gerufen, die den Punktspielbetrieb im folgendem Jahr im Kreis Mittweida aufnahm und auf Anhieb Kreismeister wurde. Die folgenden 2 Jahre in der Bezirksliga waren sehr erfolgreich, was der Gewinn des Hallenbezirksmeistertitels im Dezember l998 ausreichend belegt. Leider konnte diese Position durch zahlreiche Abgänge zu höherklassigen Mannschaften nicht gehalten werden, so daß nun ab der Saison 2000 ein Neuaufbau erfolgen muß.

Im Nachwuchsbereich können wir Dank der engagierten Arbeit unseres Jugendleiters, Sportfreund Peter Syska auf eine erfolgreiche Entwicklung zurückblicken, wenn auch der endgültige Durchbruch, eine Mannschaft in die Bezirksklasse zu führen noch nicht gelungen ist. Dies wurde 2 mal knapp im E-Jugendbereich verpasst. So blieb es der D-Jugendmannschaft unter der Übungsleitertätigkeit des Sportfreundes Rolf Morgenstern, mit den Gewinnen des Hallenkreismeistertitels und des Pokalgewinnes auf dem Feld die Fahnen des OSC im Nachwuchsbereich hochzuhalten.
Nicht schmälern möchte ich damit die gezeigten guten Leistungen im F-, C- und B-Jugendbereich.

Im Männerbereich haben wir 3 Mannschaften im Spielbetrieb. Geht es bei unserer AH-Mannschaft nicht um Punkte und Tabellenplätze, so haben sie doch jedes Jahr ein umfangreiches Programm auf der Basis von Freundschaftsspielen. Spielfreude, Geselligkeit und die Erhaltung körperlicher Fitneß stehen dabei im Vordergrund. Für die 2. Mannschaft war das Niveau der 2. Kreisliga doch einen Kick zu hoch. In der l. Kreisklasse konnte man teilweise gut mithalten, mußte aber manchmal unglücklich Punkte abgeben. Mit Einsatzwillen und kämpferischen Leistungen in den letzten Spielen der diesjährigen Saison konnten Punkte gesammelt und am Ende noch ein guter Mittelplatz belegt werden. Dies zollt besondere Annerkennung.

Das Niveau eines Vereins wird nun einmal an den Leistungen und Ergebnissen der 1. Mannschaft gemessen. Dies ist wie bei anderen Vereinen auch beim OSC so.
Bis zur Saison 96/97 war die Fußballwelt in Oederan noch in Ordnung, zumal im Dezember 1995 bei der Hallenbezirksmeisterschaft in Plauen der 2. Platz in einem stark besetzten Teilnehmerfeld erspielt werden konnte. Danach erwische wieder einmal ein nicht erwartetes kleines Tiefdruckgebiet den OSC und schickte unsere Mannschaft in die 1. Kreisliga zurück. Auch dieses Tief wurde gemeinsam und ich muß es noch einmal sagen, dank der Verbundenheit aller Spieler mit dem Oederaner Fußball überwunden. Der Wille, Ehrgeiz und die entsprechende sportliche Einstellung kann Berge versetzen. Dies hat die Mannschaft mit Unterstützung ihrer Trainer und Mannschaftsleiter in den Folgejahren wieder einmal bewiesen. Wenn auch der sofortige Wiederaufstieg in der Saison 97/98 nicht gelang, da man knapp an Niederwiesa scheiterte, verzagte die Mannschaft nicht. In einer beispiellosen Serie wurde dies in eindrucksvoller Weise in der folgenden Saison nachgeholt. Im Juni 1999 konnte der Kreismeistertitel und der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse gefeiert werden. Es bestätigte sich wieder einmal, daß das erste Jahr immer das schwerste ist, aber mit einer ungebrochenen Moral, Siegeswillen und sportlichem Können wurde nach einigen Zittereinlagen vorzeitig der Klassenerhalt gesichert. Dazu an dieser Stelle unseren Dank und herzlichsten Glückwunsch.

Nicht vergessen möchte ich in meinen Ausführungen unsere Pfeifenmänner. Schiedsrichter sind für viele Vereine ein leidiges Problem, nicht so für unseren OSC. Konnten wir in den vergangenen Jahren 5 bzw 6 Unparteiische dem Ansetzer melden, so hat sich dies nach erfolgreichem Lehrgangsbesuch unseres Nachwuchsschiedsrichter Alexander Thomas auf 7 erhöht. Damit können wir nicht nur im Kreis, sondern auch im Bezirk auf eine Spitzenposition verweisen. Sie vertreten mit ihren Einsätzen und Leistungen in würdiger Form den OSC.

Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde, werte Gäste,

dies sollte ein kleiner Einblick in die Vereinsgeschichte des 80 jährigen Oederaner Fußballs gewesen sein. In Anbetracht der bereitstehenden leckeren Speisen, möchte ich dies auch nicht weiter ausdehnen. Zum Abschluß ist es für mich ein Bedürfnis, mich, ohne den Einen oder Anderen besonders hervorzuheben und den Anderen zu vernachlässigen, bei allen für die in den vergangenen Jahren geleisteten Arbeit im sportlichen wie organisatorischen Bereich recht herzlichst bedanken und hoffe auf eine weitere gute und sportliche Zusammenarbeit zur weiteren Entwicklung des Oederaner Sportclubs. Ein ganz besonderer Dank gilt den Partnerinnen und Partnern unserer Sportfreunde und Sportfreundinnen, ohne dessen Anteilnahme, Verständnis und Unterstützung das Vereinsleben im OSC nur halb so viel Wert wäre.
Gehen wir gemeinsam, mit der gleichen Energie die nächsten Jahre an und blicken zuversichtlich, erfolgsorientiert in die Zukunft, damit der OSC auch nach weiteren 80 Jahren stolz zurückblicken kann.

Ich danke für die Aufmerksamkeit.